Immaterielles Kulturerbe „Fasnet“ trifft Eugen-Bolz-Gymnasium

 

Auftaktveranstaltung für die neue EBG-Säule „Kulturelle Bildung“ (KuBi) sorgte für eine volle Zehntscheuer / gelungene Spendenaktion für Tannheim

 

Höchst informativ, humorvoll und auch ein wenig emotional – so kann man die Abendveranstaltung am 18. Februar 2019 in der Zehntscheuer mit wenigen Worten umschreiben.

Bei diesem Abend handelte es sich um eine Benefizveranstaltung zugunsten der DEUTSCHEN KINDERKREBSNACHSORGE – Stiftung für das chronisch kranke Kind (Tannheim im Schwarzwald). Die Besucher ließen sich nicht „lumpen“ und griffen tief in die Tasche für den guten Zweck und warfen über 1300 Euro in die Spendenkörbe (s. auch den Beitrag „EBG spendet über 3131.31 Euro“).

Prof. Dr. Werner Mezger und Sonja Faber-Schrecklein – bekannt aus Funk und Fernsehen – waren mit von der Partie und verzichteten für den guten Zweck auf ein Honorar. Und die Stadt Rottenburg hatte das Ihrige dazugegeben und die Zehntscheuer kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Sylvia Kröger dankte in ihrem Grußwort allen Spenderinnen und Spendern und charakterisierte die Figur des Narren mit folgenden Worten: „Er hält nicht nur den Spiegel vor und versteht es zu feiern – nein, er ist in seiner tiefsten Seele Mensch.“

Mit Ironie hielt sie aber auch den Narren den Spiegel vor und ging auf die Auszeichnung ein, die das EBG am Schmotziga 2018 erhalten hatte. Als Schule, so Sylvia Kröger, müsse man schon dafür sorgen, inhaltliche Fehler zurechtzurücken, was dazu geführt habe, einen Germanisten und Kulturwissenschaftler zu konsultieren. Dieser – gemeint war natürlich Prof. Dr. Werner Mezger – sorgte in seinem profunden Vortrag dafür, dass es in Rottenburg nie mehr eine Verwechslung zwischen den Begriffen „immaterielles Kulturerbe“ und „Weltkulturerbe“ geben kann.

Schulleiter Dr. Andreas Greis bediente sich auch in seinem Grußwort der Ironie und erklärte, dass er als „Reigschmeckter“ schnell verstanden habe, dass „die Narren das mit der Fasnetstradition in Rottenburg echt ernst meinen“. Die Fasnet, so Dr. Greis, durchdringe zwar den Alltag, selbst die Sekretärinnen würden am Schmotziga verkleidet zur Arbeit erscheinen, er habe aber auch schon erlebt, dass sich die Schülerinnen und Schüler am EBG selbst hätten befreien müssen, was ja letztlich einer Entweihung der Tradition gleichgekommen sei.

Versöhnlich schloss er mit den Worten: „Zur Befreiung kommen die Narren nur im Häs und keiner fragt: „Was soll denn ‚des‘?“ Denn dies ist keine Sensation, sondern gelebte Tradition!“

Der Erste Bürgermeister der Stadt Rottenburg, Thomas Weigel, betonte die große Bedeutung der Fasnet für Rottenburg und ihn selbst. Er ist an den närrischen Tagen als Bogges unterwegs.

Dem folgte nun der äußerst tiefgründige und lehrreiche Vortrag von Prof. Dr. Werner Mezger zum Thema „Die schwäbisch-alemannische Fasnet – ein Kulturerbe“ (s. auch den Beitrag „Immaterielles Kulturerbe darf sich verändern“).

Im Anschluss an den Vortrag sprach Sylvia Kröger mit Sonja Faber-Schrecklein, Stiftungsvorstand in Tannheim und bekannte SWR-Moderatorin und –Redakteurin, über die Nachsorgeklinik.

Und weil Sonja Faber-Schrecklein und Prof. Dr. Werner Mezger in diesem Jahr ihr 25. gemeinsames TV-Jubiläum feiern (sie moderieren seit 1994 im SWR-Fernsehen zahlreiche Narrentreffen), überreichte sie ihnen zur „Fernseh-Silberhochzeit“ eine Rose.

Dann ging es aufs Podium: Sylvia Kröger leitete die Diskussion ein und übergab dann an Sabina Mehonic und Lion Steinmetz aus der 9a. Ihnen, der 9a im Publikum und den Besuchern mussten die beiden Medienprofis im zweiten Teil des Abends unter dem Motto ‚Kulturerbe „schwäbisch-alemannische Fasnet“ in den Medien‘ Rede und Antwort stehen. Die 9a, die den Abend mitgestaltete, löste diese Aufgabe in brillanter Weise (s. auch den Beitrag „Bringen die Medien den Menschen Kultur bei?“).

Nach der Übergabe des vorläufigen Spendenschecks an Sonja Faber-Schrecklein und den Dankesworten des Schulleiters Dr. Andreas Greis und Sylvia Krögers wurde das närrische Auditorium gut gebildet und bestens gelaunt mit den Worten „a glückselige Fasnet“ in die bevorstehende närrische Zeit entlassen.

Bilder: Stefan Löffler