Kreisau verbindet – Ein prägender trilateraler Austausch

Zusammen mit Jugendlichen aus Polen und der Ukraine hat Andrea Bilek erneut ein trilaterales Projekt in Kreisau (Krzyżowa) zum Thema „Menschenrechte und Zeitgeschichte“ voller neuen Erfahrungen für die Schüler*innen der Klassenstufe 10 ermöglicht – und das Ganze auf Englisch! In der Woche vom 11.05.-16.05.2026 lernten wir nicht nur viel Neues dazu, sondern schlossen auch neue Freundschaften. Zusammen mit Silvia Hüfner nahmen wir an einem unvergesslichen Austausch mit bleibenden Erinnerungen teil.
Nach einer 14-stündigen Nachtfahrt mit dem polnischen Flixbus (Sindbad) überzeugte uns die Unterkunft mit sauberen Zimmern, gemütlichen Betten, mit einem eigenen Bad sowie verschiedenen Zimmergrößen mit Einzel- und Stockbetten. Das Gelände der Kreisau-Stiftung ist groß mit vielen verschiedenen Freizeitmöglichkeiten, die uns den Austausch mit den Schüler*innen sehr erleichterten. Auf einer großen Wiese und in der Turnhalle trafen wir uns und spielten Volleyball in jeder Pause, die wir zwischen unserem Programm hatten. Einen Abend lang haben wir am Lagerfeuer verbracht und verschiedene internationale Tänze aus den anderen Ländern, wie zum Beispiel „Belgijka“ gelernt, was uns noch mehr mit den Schüler*innen in Verbindung gebracht hat. Außerdem gab es die Möglichkeit sich im Gym oder am Fuß- und Basketballplatz auszupowern. Im Partykeller hat es uns sehr viel Spaß gemacht, weil man sowohl Billiard als auch Tischtennis spielen konnte. Als man abends zusammen in den Zimmern Karten gespielt hat, waren die Austauschschüler*innen sehr willkommen. So wurde die Gemeinschaft gestärkt und das Vertrauen größer. Das Essen war super, weil das Buffet sehr abwechslungsreich war und wir Vollpension hatten. Zudem zeigte uns eine Führung über das gesamte Gelände, wie aus dem alten Gutshof Neues geschaffen wurde.
Workshop und Ausstellung:



Das Wichtigste war aber, dass wir einen Einblick in die deutsch-polnische Versöhnung und ihre Geschichte bekamen. Auch die Ausstellung zum Zweiten Weltkrieg war interessant und hat viele zum Nachdenken gebracht. Das Zusammenführen von den verschiedenen Ländern wurde direkt am ersten Tag durch verschiedene Workshops möglich, da man sich durch kreative Aufgaben kennenlernt, verschiedene Sprachen hört und die jeweilige Kultur besser versteht. Themen wie Geschichte, Menschenrechte, Demokratie und Vorurteile haben wir dort in internationalen Gruppen bearbeitet und Präsentationen oder Plakate zusammen gestaltet um neue Sichtweisen zu entdecken.
Ein besonderes Highlight war unsre Tagesausflug nach Breslau (Wrocław), wo wir eine Führung durch die wunderschöne Altstadt bekamen, in der man Unmengen von kleinen Zwergen aus Bronze zu sehen bekam; die sogenannten Breslauer Zwerge sind ein schönes Zeichen für Demokratie und Freiheit und für alle Lebenslagen gibt es einen eigenen Zwerg. Natürlich haben wir alle den Prüfungszwerg an der Uni gestreichelt, da dieser Glück für das Bestehen des Abiturs bringt. Eine Stadtrallye in internationalen Kleingruppen hat uns geholfen, uns noch mehr zu integrieren – „Cześć“ war das geflügelte Wort bei der Begrüßung, das so viel heißt wie „Hallo“.
Impressionen aus Breslau:



Durch den tränenreichen Abschied der anderen Schüler*innen haben wir gemerkt, welche Verbindung wir mit den Menschen dort eigentlich hatten. Wir haben realisiert, dass der polnisch-ukrainisch-deutsche Austausch uns viele Erfahrungen für die Zukunft gelehrt hat und können dies nur empfehlen.
Das trilaterale Projekt in Krzyżowa ist mehr als nur eine Jugendbegegnung zwischen Polen, Ukrainern und Deutschen: Man lernt Kulturen, Meinungen und die Geschichte besser kennen, gleichzeitig erlebt man eine unvergessliche Zeit mit verschiedenen Menschen, tollen Erinnerungen und neuen Freundschaften.
Text: Lisa Butt
Fotos: Andrea Bilek, Silvia Hüfner
