Ein Projekt, um Zusammenarbeit zwischen Völkern zu fördern: Das Trilaterale Projekt in Kreisau

Wieder geleitet von Andrea Bilek und unterstützt von Dr. Andreas Greis reisten am 25. Mai 2025 16 Schüler der Klassenstufe 10 mit dem Bus nach Polen – Kreisau (Krzyżowa) in Niederschlesien. Die Schüler aus Lubasz, Rottenburg und Lviv kamen zusammen, um am Projekt „Drawing from History – shaping the future of the world“ (Aus der Geschichte schöpfen – und die Zukunft der Welt gestalten) teilzunehmen.

Unsere deutsche Gruppe bestand aus 18 Personen mit LehrerInnen und kam am Montagmorgen um 7 Uhr in dem Landgut Kreisau an. Nach der langen Fahrt hatten wir erst einmal frei, um uns auszuruhen, das Zimmer und Haus zu erkunden. Die Zimmer, die wir bezogen, waren überraschend großräumig, schön und mit bequemen Betten und einem eigenen Bad pro Zimmer jeweils eingerichtet. Um 8 Uhr gab es für die deutsche Gruppe bereits ein reichhaltiges Frühstück. Um 12 Uhr gab es dann Mittagessen, bei dem nun auch die polnische Gruppe anwesend war, dann schließlich traf auch die Gruppe aus der Ukraine ein. Vor dem Abendessen kamen wir in der äußerst schönen, geräumigen Turnhalle neben der Jugendherberge zusammen, um eine kurze Vorstellungsrunde abzuhalten, die geleitet wurde von Anna Huminiak und den zwei Bufdis, die uns auch die folgenden Tage anleiten würden. Während unseres Aufenthaltes begleitete uns auch die Hündin Frieda, das Haustier der Leitung. In der Turnhalle war ein Volleyballnetz aufgebaut, das von den Gruppen sofort begeistert benutzt wurde. So kam es bereits am ersten Abend zu einem Volleyballspiel zwischen den Nationen. Beim sehr guten Abendessen als Buffet folgte ein weiterer Austausch und Kennenlernen auf Englisch.

Am nächsten Morgen kamen wir nach dem Frühstück – wieder ein Buffet – um halb zehn zusammen, um uns weiter kennenzulernen und den Plan für die folgenden Tage zu erfahren. Wir spielten „would you rather…“ (würdest du eher…) und diskutierten über unsere Entscheidungen, wobei wir auf Verständnis und Argumentation achteten, um eine offene Atmosphäre vorzuleben. Das war super interessant.

Noch vor dem Mittagessen begannen wir dann mit Teambuilding in zwei gemischten Gruppen. Die Nationen waren gleichmäßig verteilt. Dabei spielten wir ein kleines Spiel, bei dem wir einen imaginären See mit der Gruppe überqueren mussten, ohne ihn zu berühren. Das Spiel hat erstaunlich viel Spaß gemacht und zu guten Konversationen zwischen den Schülern geführt. Beim anschließenden Mittagessen mischten sich die Gruppen ebenso und aßen zusammen, während sie sich austauschten.

Am Nachmittag bekamen wir eine Führung durch das Anwesen „Pałac rodziny von Moltke w Krzyżowej“ und die nahe Ausstellung „Mut und Versöhnung“ von einem der freiwilligen Mitarbeiter in der jeweiligen Muttersprache.

Am Dienstagabend waren dann die Präsentationen der jeweiligen Nationen dran, wobei jede Schule jeweils ihr Land ihre Schule und ihre Heimat vorstellte.

Den Mittwoch unternahmen wir einen Ausflug nach Breslau (Wrocław), wo wir bei einer kurzen Stadt Rallye in 6er Gruppen (2 von jeder Nation) verschiedene Sehenswürdigkeiten im Umkreis erkundeten. Danach hatten wir Zeit, die schöne Stadt erst in kleinen Gruppen unserer Wahl und dann bei einer sehr schönen Stadtführung zu erleben. Während unseres Aufenthaltes fand ein Fußballspiel in Breslau statt, welches die eh schon belebte, saubere Stadt noch lebendiger erscheinen ließ. Bei der Stadtführung, geleitet von einer Einheimischen namens Renata Bardzik-Milosz, wurde uns die herausragende Altstadt mit ihren traumhaften Kirchen und Gebäuden gezeigt sowie dem quirligen Studentenviertel. Besonders einprägsam waren die aus Bronze gegossenen Zwerge, die in verschiedenen Ausführungen überall in der Stadt zu finden waren. Schließlich hatten wir noch etwas Zeit, um die Stadt allein zu erkunden und Souvenirs für unsere Familien zu kaufen – in den wirklich schönen Einkaufszentren der Stadt.

Donnerstag sowie Freitag arbeiteten wir in gleich zwei sehr interessanten und interaktiven Workshops, einmal zum Thema „Interkulturelle Bildung“ und „Geschichte und Erinnerungskultur“ am Donnerstag und am Freitag zu „Demokratie und Menschenrechte“ und „Vielfalt, Stereotypen und Diskriminierung“. Bei den Workshops gab es immer großzügige Pausen zwischendurch sowie interaktive Gruppenaufgaben, bei denen wir an der frischen Luft Aufgaben in 3er Konstellationen lösen durften.

Während unserer Freizeit haben einige von uns ebenfalls Just-Dance-Abende und kleine Treffen, um zum Beispiel Fußball zu schauen oder Volleyball zu spielen, organisiert. Die Anlage bot außerdem ein kleines Gym und eine Ausstellung in labyrinthischer Form zum Zweiten Weltkrieg an.

Am Freitagabend veranstalten wir ein Abschluss-Lagerfeuer, bei dem wir Würste und Marshmallows überm Feuer rösteten und einen einfachen polnischen Tanz in Gruppen tanzten. Danach feierten wir ebenfalls noch eine unvergessliche Party, bei der sich alle amüsieren konnten und die definitiv das Highlight unseres Aufenthaltes war.

Viele waren am nächsten Morgen beim Abschied traurig, da wir von den anderen Nationen nicht nur viel gelernt hatten, sondern auch mit ihnen Freundschaft geschlossen hatten. Wir empfehlen als Gruppe den Austausch weiter und freuen uns auf weitere solcher kommenden Projekte.

Am trilateralen Projekt in Kreisau (Niederschlesien/Polen) nahmen folgende Schulen teil:

Ukraine: Academia Lviv

Polen: Edukacja Lubasz

Deutschland: Eugen-Bolz-Gymnasium Rottenburg

Text: Lara Zimmermann, Klasse 10